Plädoyer für einen behutsamen Umgang mit Identitäten und Herkünften
07.10.2021

Plädoyer für einen behutsamen Umgang mit Identitäten und Herkünften

In meinem Text setze ich mich für einen friedlich-freundschaftlich-solidarischen Umgang mit „Identität“ und „Herkunft“ ein. Letztlich plädiere ich diesbezüglich für zutiefst empathische Behutsamkeit. Bis das benannte Ziel der Behutsamkeit erreicht ist, schlängle ich mit jeweils unterschiedlichen Gefühlen durch ein facettenreiches Mosaik aus Literatur, Alltagskommunikation, Berufswelt, Sport, Musik und Mode, Film- und Fernsehen sowie durch ein Benjamin Blümchen-Hörspiel.

Die Zauberberge im 21. Jahrhundert
04.10.2021

Die Zauberberge im 21. Jahrhundert

Was haben das World Economic Forum in Davos und das größte Yoga-Seminarhaus und Ashram in Bad Meinberg gemeinsam? Auf den ersten Blick: nicht viel. Doch auf den zweiten Blick erkennt man individuelle und gesellschaftliche Muster, die beiden zugrunde liegen. 

Das Erbe der Rosalía de Castro
20.05.2021

Das Erbe der Rosalía de Castro

Am 17. Mai wird in der autonomen spanischen Region Galicien alljährlich der Tag der galicischen Sprache und Literatur begangen. Anlass genug, einen Blick auf die Bedingungen der blühenden Lyrikszene der nordwestlichen Atlantikregion zu werfen.

Das Privileg der Realitätsverweigerung – vom Kolonialismus zu „Querdenken“ und dem Sturm auf das Kapitol
26.04.2021

Das Privileg der Realitätsverweigerung – vom Kolonialismus zu „Querdenken“ und dem Sturm auf das Kapitol

Der Sturm auf das Kapitol hat weltweit neben Wut, Trauer und Angst immer wieder eine Emotion ausgelöst: Verständnislosigkeit. Wer waren diese Menschen, die in ihrer Selbstdarstellung mal martialisch, mal lächerlich, aber immer zutiefst realitätsentfremdet wirkten? Die Antwort fällt schwer, vor allem, da man den Fanatismus der Trump-Anhänger*innen nun kaum noch als Naivität abtun kann.

9. November 1993 – Zerstörung oder Tod der Stadt Mostar?
19.11.2020

9. November 1993 – Zerstörung oder Tod der Stadt Mostar?

„Der schlanke steinerne Schatten, die Replik des himmlischen Regenbogens, Meisterwerk des Baumeisters Hajrudin, eine der schönsten und edelsten architektonischen Allegorien, ist dahingegangen auf den Grund des Flusses. Der Stadt, geboren im Zeichen der Brücke, entrissen wurde ihr erstes und letztes Wort, und ihr Tod ist, so fürchte ich, unwiderruflich“ (Bogdanovic, S. 139). Ähnlich wie Bogdanovic empfand auch der kroatische Franziskaner – Pater Daniel, als er sagte „Der Tag, an dem die alte Brücke zerstört wurde, war der Todestag unserer Stadt. […] Als sie fiel, war das Herz der Stadt Mostar zerstört“ (Koschnick, Schneider, S. 8-9).

Fiktive Männlichkeiten. Sexismus in der Popliteratur
14.10.2020

Fiktive Männlichkeiten. Sexismus in der Popliteratur

Christian Krachts Debütroman „Faserland“ aus dem Jahr 1995 trieft vor Sexismus und Homophobie. Phänomene, die man unter dem fast schon abgedroschenen Begriff der toxischen Männlichkeit subsumieren könnte. Dennoch wird der Roman unter dem Deckmantel der Fiktion der Kunst gefeiert. Während Gregor von Rezzori Krachts „Präzision der Wahrnehmung“ lobt, stellt sich die Frage, wieso die vermeintlich präzise Wahrnehmung nicht als sexistisch, homophob und degradierend erkannt und dementsprechend problematisiert wird.

Brüchiger Frieden im Südkaukasus
22.07.2020

Brüchiger Frieden im Südkaukasus

Vor ein paar Tagen herrschten wieder Unruhen im Südkaukasus. Es waren vermehrt Schüsse, an der armenisch-aserbaidschanischen Grenze zu hören. Die Region kennt seit dem Zerfall der Sowjetunion keine Ruhe. Stattdessen kennt sie drei Sezessionsgebiete, mehrere separatistische Bewegungen und gelegentliche Eskalationen der sogenannten eingefrorenen Konflikte, deren Eis allmählich schmilzt.

Ein Strohmann geht um in Europa: Pauschalkritik an postkolonialem Denken als Tragödie und Farce
23.06.2020

Ein Strohmann geht um in Europa: Pauschalkritik an postkolonialem Denken als Tragödie und Farce

Niko Gäbs Polemik „Critical Highness“ weist darauf hin, dass es im postkolonialen Diskurs Leerstellen in Bezug auf Antisemitismus gibt. Dies zeigt nicht zuletzt die Debatte um den postkolonialen Theoretiker Achille Mbembe (Cheema/Mendel 2020). Auch Edward Said, Koryphäe der postkolonialen Theorie, steht im Verdacht „die Grundlagen eines sich postkolonial gerierenden Antisemitismus“ (Salzborn 2018, 124) zu formulieren. Nichtsdestotrotz liegen Gäbs Text einige Missverständnisse zugrunde, die wir im Rückgriff auf postkoloniale Theorien und neuere theoretische Entwicklungen erhellen wollen.

Von Antirassismus und Verfremdungseffekten: Instagram als digitaler Protestraum
14.06.2020

Von Antirassismus und Verfremdungseffekten: Instagram als digitaler Protestraum

Am 2. Juni 2020 wurde die App Instagram nicht wie sonst von Fotos der abonnierten User*innen dominiert, sondern zeigte schwarze Quadrate, die eine mediale Anteilnahme und digitale Partizipation weltweiter Proteste gegen rassistische Polizeigewalt anlässlich des Mordes an George Floyd zeigen sollten.

Critical Highness: Anmerkungen zu Kapital und Mythos
16.05.2020

Critical Highness: Anmerkungen zu Kapital und Mythos

Die Diskussion über Rassismus ist endlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen: Postkoloniale Selbstreflexion und Antirassismus gehören im bürgerlichen Milieu zum guten Ton.  Welche autoritären Sehnsüchte dabei von Critical-Whiteness-Apologeten manchmal auf die Agenda gesetzt werden, ist trotzdem alles andere als unbedenklich.

von Niko Gäb
(Philosophische) Diskussion um Corona: Timeline Februar-April
30.04.2020

(Philosophische) Diskussion um Corona: Timeline Februar-April

In diesem Beitrag tragen wir eine Auswahl der zahlreichen Beiträge der philosophischen und soziologischen Diskussion zu und um das Coronavirus zusammen und liefern teilweise eine kurze Zusammenfassung der Beiträge. Wir vollziehen dabei den Gang der Kontroverse vor allem (aber nicht nur) anhand der Debatte nach, die sich ausgehend von dem Beitrag “The Invention of an Epidemic” des italienischen Philosophen Giorgio Agamben entwickelt hat.

Ein Bild hielt uns gefangen: Fragen an die Fotografie
22.04.2020

Ein Bild hielt uns gefangen: Fragen an die Fotografie

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Dieses altbekannte Sprichwort bezieht sich auf den Mehrwert des Bildes gegenüber der Sprache. Gleichzeitig rückt es beides in die selbe Kategorie: Das Bild sagt etwas, es spricht zu uns. Die Entwicklung der jüngeren Geschichte verlangt danach, die Fotografie einer tiefgreifenden Betrachtung zu unterziehen. Dabei erscheint es vielversprechend die Untersuchung bei der Verwandtschaft der Fotografie zur Sprache zu beginnen.

Die Republik Moldau nach der Regierungskrise
22.06.2019

Die Republik Moldau nach der Regierungskrise

Mit dem Rücktritt der Regierung von Pavel Filip scheint die Regierungs- und Verfassungskrise in der Republik Moldau beendet zu sein. Nach Jahren des Stillstands, hatte das kleine Land zwischen der Ukraine und Rumänien turbulente Tage erlebt. Die Krise sagt einiges über die aktuellen Verhältnisse des Landes aus.

Ein Komiker und der Stand der ukrainischen Demokratie
27.04.2019

Ein Komiker und der Stand der ukrainischen Demokratie

Mit dem Gewinner der Stichwahl um das Präsidentschaftsamt, Wolodymyr Selenskyj, wurde ein absoluter Politikaußenseiter mit einem beeindruckenden Stimmanteil von 73 Prozent zum neuen ukrainischen Präsidenten gewählt. Wie an verschiedenen Stellen zurecht bemerkt wurde, stellt ein solches Ereignis im postsowjetischen Raum die Ausnahme dar.

Uneingelöste Hoffnungen – Die EU und die Staaten des Westbalkan
15.06.2018

Uneingelöste Hoffnungen – Die EU und die Staaten des Westbalkan

Die Region des Westbalkan bzw. der postjugoslawische Raum gilt als das Pulverfass Europas. Oder wie es EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn unlängst formulierte: „Es reicht ein Streichholz – und alles steht in Flammen“.

Der ambivalente Europäer
23.07.2017

Der ambivalente Europäer

Worte des Lobes sind von dem slowenischen Philosophen Slavoj Žižek selten zu hören. Vielmehr ist er für seine teils stark umstrittenen Pamphlete bekannt - am liebsten gegen den Kapitalismus und nicht minder gegen die Machtmechanismen der Europäischen Union. Dass er letztere nun gar für unverzichtbar hält, mag so manchen erstaunen.

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A Risk Assessment on COVID-19
2020-06-04

A Risk Assessment on COVID-19

«Risk makes its appearance on the world stage when God leaves it. Risk presuppose human decision», the statement by the German sociologist Ulrich Beck (2008) makes us aware that it is the shift from providence to the responsibility of our decisions, which now defines our daily and social life. 

The Absence of Conflict: Chantal Mouffe and the European Parliament
2019-03-03

The Absence of Conflict: Chantal Mouffe and the European Parliament

The European Union is often called an undemocratic (and bureaucratic) monster, left-wing debates in particular are dominated by narratives like this. But how could a leftist approach to the EU look like?

The Hidden Wealth of Europe
2017-04-17

The Hidden Wealth of Europe

Recently, with the publication of Capital in the twenty-first century (2014), research on economic inequality experienced long not seen prominence within public debate, most notably, enabling a discourse about the distribution of wealth. Gabriel Zucman (2015) sheds light on a highly-related phenomenon – the problem of tax evasion in tax havens – with importance particularly for European countries. However, the most promising potential solutions lie on international level cooperation. The European Union thus may play a major role, advancing progress in the fight against tax evasion.

© 2021 European Zeitgeist

Unterstützt von Timmbuktu Development

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